Kübelesmarkt

Fasnetsmontag

Um die Mittagszeit verteilt der Küblerrat die Narrensupp an alle Cannstatter, die sich auf den Weg ins Städtle machen, während sich eine Vielzahl der Narren auf den Weg zum jährlichen Besuch ins Altersheim macht.

Mit viel Eifer und Mühen haben sich die Schnurrgruppen auf den Abend des Fasnetsmontag vorbereitet. Jetzt sind die Cannstatter unter sich. Man setzt sich in eine der vielen Weinstuben, trifft sich mit Freunden und wartet auf die Schnurrgruppen, die in die Gasthäuser einfallen. 

Hier entfaltet sich die Kreativität der wilden, ungeordneten und unreglementierten Fasnet. Vom Persönlichkeitstest, über schwule Friseure bis hin zu den Höhlenmenschen und Schokoriegeln reicht das Spektrum närrischer Ideen. Nur wenige Wirtshaushocker werden verschont: Von den Waschweibern mit Rasierschaum eingeseift, von den Friseuren die Haare gefärbt oder die Koteletten rasiert, von den Schokoriegeln mit Süßem vollgestopft und von den Metzgern mit Theaterblut bespritzt; von den Ärzten närrisch untersucht, von Kosmetikerinnen die Nägel lackiert, von Gärtnerinnen mit Samentütchen ausgestattet und vom Olympiateam motiviert – zum Glück ist nur einmal im Jahr Fasnetsmontag. Für viele Cannstatter ist dies der schönste, der persönlichste Abend der Fasnet. Vielleicht auch deshalb, weil keiner ungeschoren davon kommt.