Kübelesmarkt

Fasnetssonntag

Da sich der Küblerball am Samstag meist bis in die frühen Morgenstunden des Fasnetssonntag ausdehnt, beginnt das Narrentreiben erst mit Einbruch der Dämmerung. Fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit spielen die Mitglieder der Narrengruppe die „Felbensaga“, also jene Geschichte, der die Cannstatter den Spitznamen „Felbenköpfe“ zu verdanken haben. 

Im Jahre sechzehnhundertwoischnemme belagerte der französische Mordbrenner General Ezéchiel de Mélac das nahe Esslingen. In Cannstatt hatte man Angst vor seinen Brandschatzungen. Der Nachtwächter hielt deshalb besonders aufmerksam Wache. Plötzlich sah er auf der anderen Seite des Neckars „baumlange Kerle“ aufmarschieren und alarmierte die Bürgerwehr. Als sich dann am Morgen der Nebel lichtete, mussten die Cannstatter feststellen, dass dies keine Franzosen waren. Vielmehr standen dort nur Felben – der mundartliche Ausdruck für Korbmacherweide. Seither nennt man die Cannstatter „Felbaköpf“. Nach der Schauspielerei zieht die ganze Narrenschar angeführt vom Spielmannszug in die Cannstatter Stadtkirche, um einen Narrengottesdienst zu feiern. Der Abend endet mit einer gemütlichen Wirtshausfasnet.