Kübelesmarkt

Heilige 3 Könige

Die Cannstatter Kübler sind am Morgen des Dreikönigstags von der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte die ersten, die sich zu einer närrischen Zusammenkunft der besonderen Art treffen. Schon um sechs Uhr beginnt das Maskenabstauben mit einem gemeinsamen herzhaften Frühstück im Zunfthaus. Derart gestärkt reinigt der Maskenmeister symbolisch zwei Masken: einen Felbenkopf und einen Mond. Danach machen sich alle auf den Weg zum Jakobsbrunnen um den Brunnengeist aus den Tiefen der Mineralquellen zu wecken. 
 
Der Höhepunkt des frühmorgendlichen Treibens steht noch bevor und ist ohne Zweifel die feuchtkalte Taufe der neu in die Gruppe aufzunehmenden Narren. Sie vollzieht sich, und sei es noch so eisig, in der Küblergasse vor dem Zunfthaus. Die bereits getauften Narren bilden dabei ein langes Spalier, bewaffnet mit allerhand Behältnissen, in die Wasser geschöpft wurde. Die Narrennovizen erhalten vom Maskenmeister ein mit gutem Cannstatter Sauerwasser gefülltes Kübele, sprechen einen Spruch und schreiten dann einzeln gemächlichen Schritts durch das Narrenspalier. Dabei werden die Gefäße mit leicht temperiertem Wasser über dem Neuling entleert. Nach diesem närrischen „Spießrutenlauf“ erhält der Aspirant Narrenzeugnis und Maske. Damit gilt er als vollwertiges Mitglied der Cannstatter Narren.