Kübelesmarkt

Unsere Figuren

Die Felbe

Die Hauptfigur der Cannstatter Fasnet ist die Felbe. Sie entstand 1952 nach einer Ortslegende. Demnach soll in den „Pfälzischen Erbfolgekriegen” 1688-1697 die Cannstatter Bürgerwehr aus Angst vor den Französischen Soldaten unter dem Mordbrenner General Ezéchiel Graf von Mélac, in Alarmbereitschaft versetzt worden sein. Am frühen Morgen, als Nebelschwaden über den Neckar zogen, sah der Wachhabende plötzlich baumlange Kerle am anderen Ufer und die Bürgerwehr rückte todesmutig aus. Als sich der Nebel lichtete, waren die tapferen Cannstatter sehr erstaunt, dass die „Franzosen” nur Felben – der mundartliche Ausdruck für Korbmacherweiden – waren. So kamen die Cannstatter zu dem Necknamen „Felbaköpf”.
Die Maske der Felbe ist eine groteske Lindenholzmaske, die den Kopf der Weide darstellt. Das Häs ist ein buntes Blätzleshäs in den Farben grün, rot, orange und braun und besteht aus bis zu 2000 Filzblätzle, die von jedem Hästräger selbst aufgenäht werden. In der Hand trägt die Felbe eine Weinbergrätsche.

Der Mond

Ebenfalls auf eine wahre Ortsgegebenheit basierten die Monde. In einer lauen Nacht waren einige Zechbrüder auf dem Heimweg, stark angeregt durch ein paar Viertele Cannstatter Zuckerle, als sie den Turm des Uff-Kirchleins in Flammen sahen. Rasch alarmierten sie die Feuerwehr und bald scholl es aus vielen Kehlen: „Fuirio s`Uffkirchle brennt, holat Stroh ond löschat gschwend!” Doch als sie die Rohre auf den Kirchturm richten wollten, war von Flammen keine Spur. Nur der Mond schien kräftig durch die bunten Fenster.
Von da an hatten die Cannstatter ihren zweiten Necknamen „Mondlöscher”.
Der Mond, 1992 neu geschaffen, lockert das grün-rote Bild der Felben mit seinem blauen Leinenhäs mit goldenen Sternapplikationen und dem roten Besatz angenehm auf. Es ist die einzige Maske der schwäbisch-alemannischen Fasnet die zwei Gesichter in sich birgt; vorne ist der Vollmond, von der Seite der Halbmond zu erkennen. Um die Schulter trägt er zwei bis sechs Schellenriemen, in der Hand die Narrenwurst, Pritsche oder Streckschere. Die rote Maskenhaube und das Käpple mit den drei Fuchsschwänzen bringen einen fröhlichen Farb- und Formenakzent.

Der Brunnengeist

Die Einzelfigur des Brunnengeistes trägt ein schilfgrünes Gewand mit Schilf- und Fischapplikationen. Seine eindrucksvolle, im barocken Stil geschnitzte Holzmaske ist von einer Perücke aus Hanf umgeben. In seiner Hand trägt er einen langen Stab auf dessen Spitze ein Fisch sitzt. Der Brunnengeist erinnert an das größte Mineralwasservorkommen West-Europas. Er wird am 6. Januar aus den Tiefen der Mineralquellen geweckt und aus dem Jakobsbrunnen geholt, in dem er am Fasnetsdienstag nach einer wilden Treibjagd wieder versenkt wird.