Kübelesmarkt

Fürspruch Cannstatter Schwerttanz

Bevor das Wort ich will erheben
grüß ich Schöpfer, Tod und Leben!

Hochwerte und weise Bürger der Stadt Bad Cannstatt,
ehrenwerte Männer,
liebreizende Jungfrauen und edle Frauen in allen Ehren,

hört fein zu und schweigt recht still,
weil ich Euch etwas sagen will.
Ein anmutig Spielen hebt nun an
wie man’s nur selten sehen kann.
Der Schwertertanz, nach alter Sitte
Vollzieht sich nun in Cannstatts Mitte.
Der Tanz erzählt ohn’ Gaukelei
Dass alle Narrheit vergänglich sei.

Es tanzen mit Schwertern die Bürgerssöhn’
zur Trommel und zum Pfeifengetön.
Die Fahne gibt dem Tanz den Segen
und dann beginnt die Trommel sich zu regen.

Nicht der Kampf ist der Tänzer Nutzen
Sondern der Narrheit in der Welt zu trutzen.
Zusammen kann es nur gelingen,
was Menschen trennt, zu bezwingen.

Das Schwert, einst das Zeichen des freien Manns
dient als Bindeglied bei diesem Tanz.
Kunstvoll die Tänzer sich verschlingen,
lassen das Metall auch klingen,
springen drüber, schlüpfen drunter,
schlingen sich durch und bleiben munter.

Doch der Narr stört die Gemeinschaft der Gesellen
und mischt sich ein in deren Spiel,
doch lassen die sich’s nicht vergällen,
beenden kurzerhand sein Gaukelspiel.
Einen Kopf kürzer wird er schnell gemacht.
Hätte besser er sich’s doch bedacht.

Doch der Entechrist wird hier bekehrt
auf dass  er zu dem Menschen g’hört.
Der töricht’ Narr, rot und weiß befleckt,
wird als Glaubender wiedererweckt.

Zusammen zeigen alle dann,
was Gemeinschaft tragen kann.
Auf den Schwertern zur Rose gewoben
wird der Meister hoch erhoben.
Auch der einstig Narr ist dann mit dabei
und zeigt, dass Frieden unter den Menschen sei.

Wir wünschen Euch Freud’ an unserem Spielen.
Lasst krachen nun die hülz’nen Dielen.
Auf Pfeifenklang und Mummenschanz!
Auf Männer nun zum Schwertertanz.


WW/2.03